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Alfred Hartranft

Unsere Schule ist nach dem ehemaligen Stadtschultheiß Alfred Hartranft (1847 - 1930) benannt, dem es in mehr als 40 – jĂ€hriger Arbeit gelang, aus Freudenstadt einen bekannten Höhenluftkurort zu machen.

Alfred Hartranft, der vorher Justizassessor in Böblingen war, verfolgte ehrgeizige Ziele: "Freudenstadt sollte aufblĂŒhen, aus dem unbedeutenden LandstĂ€dtchen wollte er in weiser Vorsehung des einmaligen Naturpotenzials eine prosperierende touristische Hochburg machen." Dabei trug er auch maßgeblich zu dem heutigen Bild unseres Marktplatzes bei.

 


125 Jahre Hartranft-SchulgebĂ€ude, ein historischer RĂŒckblick

(Juni 2005)

Zitat aus dem Grenzer, dem Amts- und Anzeige-Blatt, vom 17.Dez. 1880:

„Ein fröhlicher Festakt hat sich am gestrigen Tage hier vollzogen - die Übergabe des neuen KnabenschulgebĂ€udes seitens der baupflichtigen R. Staatsfinanzverwaltung in die BenĂŒtzung der Stadtgemeinde. In freier, luftiger Lage vor der Stadt am ersten Anlauf vom Bahnhof mit prĂ€chtiger Fernsicht auf die schwĂ€bische Alb steht er da, der stattliche Bau und begrĂŒĂŸt schon aus der Ferne den fremden Ankömmling, der beim Anblick derselben ĂŒberrascht ist, ob solchem SchulgebĂ€ude auf dem Lande. Das Bauwesen macht den Baumeistern alle Ehre; es schafft nach den PlĂ€nen des Baurats Sauter in Stuttgart unter der Leitung des Bezirksbauinspektors Gerber in Calw in einfachem, der Gegend angepasstem Styl, der erste Stock massiv von Stein mit einem Kostenaufwand von 180.000 Mark ausgefĂŒhrt worden und verfehlen insbesondere der Porticus und im Inneren die reich ausgestatteten breiten TreppenaufgĂ€nge und Korridore ihre Wirkung nicht. Es muss rĂŒhmend anerkannt werden, wie die R. Staatsfinanzverwaltung bemĂŒht war, allen Anforderungen in Beziehung auf gesunde, moderne Schulhauseinrichtung GenĂŒge zu leisten. Das hinter der Kirche gelegene, wie die letztere im Winkelhacken gebaute KnabenschulgebĂ€ude mit seinen niedrigen, dumpfen RĂ€umlichkeiten entsprach abgesehen von der abstoßenden Ă€ußeren Erscheinung, den neuen Anforderungen nicht mehr und war deshalb der gestrige Umzug in das neue Schulhaus fĂŒr Lehrer und SchĂŒler ein hoher Freudentag. Um 10 Uhr vormittags bewegte sich vom Rathaus aus ein Zug, gebildet von den Mitgliedern der Ortsschulbehörde, den bĂŒrgerlichen Kollegien und sonstigen Festteilnehmern vor das alte KnabenschulgebĂ€ude, um dem selben die letzte Ehre zu erweisen. Mit Sack und Pack rĂŒckten die SchĂŒler aus ihren Schullokalen vor dem Hause auf, drolligen und behenden Laufes, die Herzen voll freudiger Ahnung. Ein Abschiedsgesang aus den jungen Kehlen, mit einer Ansprache des Mittelschullehrers Schweikardt der 28 Jahre in dem alten Hause gewirkt und nun das selbe bewegten Herzens verabschiedete, bildete die einfache, wĂŒrdige Abschiedsfeier. Unter den KlĂ€ngen der stĂ€dtischen Kapelle bewegte sich der Zug ĂŒbergossen von strömenden Regen hinaus zu Zufahrtsstraße vor das beflaggte neue SchulgebĂ€ude. Welcher Wechsel der Dinge!"

Am 4.Juni 1879 wurde mit dem Graben des Fundaments begonnen und nach dem verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kurzem Zeitraum von 1 Âœ Jahren stand dieses GebĂ€ude, dessen Bau- Gott sei Dank- ohne einen erheblichen Unfall vor sich gegangen ist, in seiner ganzen Pracht und GrĂ¶ĂŸe vor uns.

 

Aus den Erinnerungen im Tagebuch des Karl Christian BĂ€ssler:

„Im Gegensatz zum Vorjahr ist die Witterung im Dezember außerordentlich mild. Bloß einmal schneits welcher Schnee nach 24 Stunden wieder weg geht. .....das BaugeschĂ€ft ist dieses Jahr hier unbedeutend gewesen, mit Ausnahme des neuen Schulhauses fast nichts neues, und daran haben fast alle Handwerksleute umsonst gearbeitet. Dasselbe wurde am 5. und 6. Dezember mit Festlichkeiten, aber bei strömenden Regen bezogen."

 

Gebaut als Knabenschulhaus der Volksschule blieb es bis ca. 1945 fĂŒr die GrundschĂŒler so auch erhalten. Die Volksschuloberstufe wurde nach Fertigstellung der Falkenschule 1924 dort untergebracht. Die Schulpflicht ging zunĂ€chst bis zur 7.Klasse, spĂ€ter bis zur 8. Klasse.


Zwei Zeitzeuginnen, Fr. Pfrommer, geb. 1912 (Witwe des Oberlehrers Pf.) und Fr. Blöchle geb. 1921, Lehrerin in Freudenstadt erinnern sich gerne an ihre Einschulung im oberen MÀdchenschulhaus, dem heutigen Eberhardtbau. Sie berichten von den Ofenheizungen in den Klassenzimmern, die der Hausmeister vor Unterrichtsbeginn anfeuern und stÀndig unterhalten musste.

Die Glocken in den SchulhĂ€usern sind heute noch erhalten. Damals waren SchĂŒler eingeteilt, jeweils Beginn und Ende der Stunden „einzulĂ€uten". Es wird erzĂ€hlt, dass es zu jener Zeit wohl an machen Orten ĂŒblich war, dass der Lehrer mit den SchĂŒlern geigend durchs Dorf ging um Geld zu sammeln fĂŒr BĂŒcher und andere benötigte Dinge. Ein anderer Zeitzeuge berichtete von hĂ€ufigen PrĂŒgeleien auf dem Marktplatz, die damals zwischen kath. und ev. SchĂŒlern stattgefunden haben sollen und wie man hört mitunter nicht nur zwischen SchĂŒlern.

Nach 1945 Ă€nderte sich alles, die ev. Gemeinschaftsschule bzw. Volksschule wurde in der heutigen Falkenschule untergebracht und bis ca. 1968 war die Realschule in dem HartranftgebĂ€ude untergebracht. Die kath. Schule zog ca. 1962 vom GebĂ€ude der heutigen Musikschule in den Eberhardbau. Der Übergang von der kath. in die ev. Gemeinschaftsschule am Ende des zweiten Kurzschuljahres 1967 erfolgte unter der komm. Leitung von Frau Ege.

Im Januar 1968 erfolgt die Auflösung der Gemeinschaftsschule (Kl.1-8). Die Hartranft-Grundschule wird als selbststĂ€ndige Grundschule gegrĂŒndet und in den GebĂ€uden Hartranft- und Eberhardbau untergebracht. Die Hauptschule zieht in die TGS und Realschule in die Falkenschule.

 

Im ersten GrĂŒndungsjahr war bis 1969 R. Bross Schulleiter. Von 1970 bis 1981 war M. Graf Rektor. Anschließend ĂŒbernahm Frau R’in Ege bis 1992 die AmtsgeschĂ€fte und ĂŒbergab diese anschließend an Frau R’in Dr. Zirz. Ab dem Schuljahr 2000 ĂŒbernahm R. Rauscher das ‚Ruder’.

 

Die Benennung Hartranftschule erfolgte im Mai 1953. Zitat aus den Akten Nr.5030:

„Der Vorsitzende bittet um BenennungsvorschlĂ€ge. StR. Dr. Buob wĂŒnscht fĂŒr das untere GebĂ€ude den Namen Hartranftschule, fĂŒr das obere Mittelschule. StR. Schmitt stellt den Antrag, fĂŒr das untere GebĂ€ude die Bezeichnung Hartranftschule und fĂŒr das obere die Bezeichnung Eberhardtschule zu wĂ€hlen. Ohne weitere Debatte wird beschlossen: Die Benennung beider SchulhĂ€user wird entsprechend dem Antrag des StR. Schmitt vorgenommen."

 

Ein Jahr nach GrĂŒndung der Schule wurden im HartranftgebĂ€ude die Klassenzimmer und das Rektorat in Stand gesetzt. In den folgenden Jahren folgten Außenrenovierungen und Dacherneuerungen. Mitte der 80iger Jahre dann weitere Innenrenovierungen. Damit das heftig leckende Dach schell erneuert werden konnte wurden die Erlöse von zwei Schulfesten (damals 6000 DM) an BĂŒrgermeister Wolf ĂŒbergeben. Das heutige Bild des HartranftgebĂ€udes (Klassenzimmer und TreppenhĂ€user) ist geprĂ€gt von kreativem Eltern- und SchĂŒlereinsatz und getragen von deren großem Engagement .